Hast du jemals Magic Truffles, Magic Mushrooms oder Ayahuasca probiert und das Gefühl gehabt, dass dein Geist mit neuen Einsichten und Perspektiven gefüllt wurde? Nun, das könnte tatsächlich sehr real sein. Neue (aber vorläufige) Forschung zeigt jetzt, dass die Substanzen, die in diesen Psychedelika gefunden werden, etwas verursachen, das „psychologische Flexibilität" genannt wird, was wiederum für verschiedene positive Effekte auf Symptome von Depression und Angst verantwortlich sein könnte. Die neuen Erkenntnisse sind im Journal of Contextual Behavioral Science nachzulesen.
Ein weltweites Problem
Seit geraumer Zeit versuchen Forscher, Lösungen zu finden, um die Symptome verschiedener psychischer Probleme wie Depression und Angst zu lindern. Weltweit werden etwa 10% aller Menschen irgendwann an einer dieser psychischen Erkrankungen leiden, weshalb mehrere Interventionen entwickelt wurden, einschließlich Kombinationen aus Psychotherapie und Pharmakotherapie. Da jedoch viele Menschen entweder keinen Zugang zu diesen Behandlungen haben oder keine Symptomlinderung durch sie erfahren, werden immer noch neue Behandlungsoptionen erforscht. Aber seit einem Verbot der psychedelischen Forschung in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde neue Forschung über die möglichen Auswirkungen halluzinogener Substanzen auf diese Gesundheitsprobleme erst in den letzten Jahren durchgeführt.
Jetzt sieht es so aus, als könnte dieses Ding namens „psychologische Flexibilität" ein Schlüsselpunkt bei der Suche nach neuen Behandlungsoptionen sein. „Aufkommende Beweise unterstützen die Möglichkeit, dass psychologische Flexibilität eine wichtige Theorie ist, die die klinische Praxis mit psychedelisch unterstützter Psychotherapie informieren könnte", sagte Studienautor Alan K. Davis, ein Assistenzprofessor an der Ohio State University und außerordentlicher Assistenzprofessor an der Johns Hopkins University School of Medicine. Die Forscher wollten die Theorie untersuchen, dass bestimmte psychedelische Substanzen die psychologische Flexibilität einer Person erhöhen könnten und dass solche Veränderungen schließlich mit Verbesserungen bei der Linderung bestimmter negativer Symptome verbunden sein würden.
Was ist Psychologische Flexibilität?
Was genau ist diese „psychologische Flexibilität"? Der Begriff beschreibt die Fähigkeit einer Person, sich mit dem gegenwärtigen Moment zu verbinden und ihre Gefühle zu managen. Menschen mit einem hohen Grad an psychologischer Flexibilität neigen dazu, Aussagen wie „Ich mache mir Sorgen, dass ich meine Sorgen und Gefühle nicht kontrollieren kann" und „meine schmerzhaften Erinnerungen hindern mich daran, ein erfülltes Leben zu führen" nicht zuzustimmen, stellt PsyPost fest. Du kannst dir wahrscheinlich vorstellen, dass solche Gedanken ein Problem für Menschen sein könnten, die sich bereits in einer negativen Gemütsverfassung befinden – und diese Gedanken umzukehren könnte ein riesiger Schritt in die richtige Richtung bei der Behandlung bestimmter psychischer Probleme sein.
Für diese spezifische Studie befragten die Forscher 2120 Personen, die eine psychedelische Droge wie Psilocybin (Magic Mushrooms und Magic Truffles), LSD, DMT, Ayahuasca, 5-MeO-DMT, Mescalin, Salvia Divinorum, Peyote oder andere verwendet hatten. Sie fragten sie nach dem subjektiven Dosisniveau (d.h. niedrig, mäßig, mäßig hoch oder hoch), der Verabreichungsmethode und der Zeit seit der Erfahrung.
Bedeutungsvolle psychologische Einsichten
Der Mystical Experiences Questionnaire (MEQ) wurde verwendet, um subjektive mystische Phänomene zu bewerten, die nach der Einnahme des Psychedelikums aufgetreten sein könnten, und ein Psychological Insight Questionnaire (PIQ) wurde erstellt, um den Grad zu bewerten, in dem die Befragten akute Einsicht erlebten (z.B. ein Bewusstsein für ihre Emotionen, Verhaltensweisen, Überzeugungen, Erinnerungen oder Beziehungen erlangten), die manchmal nach der Einnahme eines Psychedelikums auftritt. Insgesamt wurden die Probanden gebeten, etwa 60 verschiedene Aspekte ihrer Erfahrung zu beschreiben, um ein vollständiges und ziemlich spezifisches Bild der Wirkungen der Psychedelika zu generieren.
Die Forscher fanden heraus, dass Menschen, die glaubten, die psychedelische Erfahrung habe zu bedeutungsvollen psychologischen Einsichten geführt (wie das Erkennen, wie aktuelle Gefühle mit vergangenen Ereignissen zusammenhingen), dazu neigten, nach der Erfahrung eine erhöhte psychologische Flexibilität zu berichten. Erhöhungen der psychologischen Flexibilität waren wiederum mit Abnahmen der Symptome von Depression und Angst verbunden. In einem Interview mit PsyPost sagte Autor Davis, dass erhöhte psychologische Flexibilität bedeutet, „offen für deine Moment-zu-Moment-Erfahrungen zu sein, in deinem Leben präsent zu sein und das zu tun, was wichtig ist, angesichts von Barrieren/Hindernissen einschließlich emotionaler. Psychedelische Erfahrungen werden damit assoziiert, die Fähigkeit zu erhöhen, sich auf diese Weise zu engagieren."
Probiere das nicht zu Hause
Bevor du jetzt eine massive Dosis Psilocybin versuchst, um deine Probleme zu lösen: Wir fordern dich dringend auf, das nicht zu tun. Derzeit sind diese Studien meist vorläufig, und wie der Studienautor selbst sagt, stellt es nur „einen ersten Schritt im Verständnis dieser Beziehungen dar. Wir müssen Langzeitstudien in Laborumgebungen durchführen, um diese Theorie weiter zu etablieren."
Während diese Ergebnisse also vielversprechend klingen mögen und Psychedelika-Liebhaber wie wir sich freuen, davon zu hören, ist das Lösen psychischer Probleme immer noch etwas, wofür du deinen Arzt oder Therapeuten aufsuchen solltest – und sicherlich nichts, was du selbst versuchen solltest, indem du mit noch nicht zugelassenen Substanzen experimentierst.