Copelandia cyanescens: pechschwarzer Sporenabdruck eines Dungbewohners
Ein Sporenabdruck ist eine Ablagerung der Sporen selbst. Du legst einen reifen Hut mit den Lamellen nach unten auf eine sterilisierte Fläche, in der Praxis meist Alufolie, deckst ihn ab und lässt ihn einige Stunden bis einen Tag stehen. Zurück bleibt eine Sporenschicht im Muster der Lamellen. Bei dieser Art ist sie pechschwarz, und die Farbe eines Sporenabdrucks ist für Mykologen oft das erste Merkmal, das sie prüfen.
Copelandia cyanescens ist der Name, der sich im Handel am längsten gehalten hat. Taxonomisch heißt die Art inzwischen Panaeolus cyanescens und gehört zur Familie Bolbitiaceae in der Ordnung Agaricales; die Gattung Copelandia gilt als überholt. Der Hut bleibt klein, etwa 1,5 bis 4 Zentimeter breit, zunächst halbkugelig, später glockig bis konvex. Jung ist er hellbraun, bei Reife bleicht er zu cremeweiß oder hellgrau aus, manchmal mit gelblichen oder bräunlichen Tönen. Der Stiel ist im Verhältnis lang und dünn: 6 bis 12 Zentimeter bei 2 bis 4 Millimetern. Die Lamellen sind erst grau und werden schwarz, sobald die Sporen reifen; die Schneiden bleiben weiß und gefleckt. Verletztes Gewebe färbt sich grünlich bis blau.
Was du unter dem Mikroskop siehst
Die Sporen sind pechschwarz, glatt, undurchsichtig und elliptisch, mit deutlichem Keimporus. Sie messen rund 12 bis 15 auf 7 bis 11 Mikrometer und sind damit kräftig im Vergleich zu vielen anderen Blätterpilzen. Ein Mikroskop mit 400facher Vergrößerung oder mehr genügt. Übertrage mit einer sterilen Nadel eine kleine Menge Material vom Abdruck auf einen Objektträger, gib einen Tropfen Wasser dazu und lege ein Deckglas auf. Arbeite mit sauberem Werkzeug und sauberen Händen, denn Staub auf dem Glas lässt sich unter der Linse kaum von dem unterscheiden, was du sehen willst.
Herkunft und Standort
Panaeolus cyanescens ist koprophil, ein Dungbewohner: wild wächst er auf dem Kot von Weidetieren. Die Art kommt in tropischen und subtropischen Gebieten Asiens, Afrikas, Südamerikas und der Karibik vor, in den USA auf Hawaii und in den Südoststaaten. Den hawaiianischen Vorkommen verdankt sie ihren Beinamen. Im Vergleich zu Psilocybe cubensis gilt die Art als anspruchsvoll, denn sie verlangt ein dungartiges Substrat und höhere Temperaturen.
Aufbewahrung und Verwendungszweck
Bewahre den Abdruck kühl, trocken und dunkel auf, so bleiben die Sporen am längsten brauchbar. Fasse die Sporenfläche nicht mit den Fingern an und lass sie bis zur Verwendung verpackt. Wir verkaufen Sporenabdrücke für Mikroskopie und Bestimmung; was darüber hinaus erlaubt ist, unterscheidet sich von Land zu Land, prüfe das also vorher.
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