Während historische Benutzer von Psychedelika einfach ein paar Gramm Trüffel einwarfen oder einen LSD-Blotter schluckten, ohne nachzudenken, wissen heutige Psychonauten jetzt genau, was die Substanzen sind und warum wir sie verwenden. Forschungen haben gezeigt, dass die neue Generation von Psychonauten oft detaillierte Informationen über die Substanzen hat, die sie nehmen – ganz anders als Benutzer der Vergangenheit.
Das Gehirn des Psychonauten
Die heutigen Psychonauten sind "eifrige und zielstrebige Erforscher von Halluzinogenen einschließlich psychedelischer Drogen, sowohl synthetischer als auch natürlicher, zur Selbsterforschung, spirituellen Erlangung oder zur Herbeiführung eines veränderten Bewusstseinszustands," sagt eine neue Studie. Viele der heutigen Psychonauten nennen sich auch Anhänger des Schamanismus, haben aber einen fast wissenschaftlichen Ansatz und Drang, ihre Erfahrungen zu dokumentieren und online zu teilen.
Es wurde nicht viel Forschung über die Psyche von Benutzern psychedelischer Drogen betrieben, aber eine neue Studie, die in Frontiers in Psychiatry veröffentlicht wurde, hat versucht, die Unterschiede zwischen den Gehirnen von Psychonauten und Nicht-Psychonauten zu entdecken.
Zunächst scheinen Benutzer von psychedelischen Drogen heute in ein bestimmtes Profil zu passen. Psychonauten im Jahr 2021 sind normalerweise alleinstehend, gut ausgebildet, junge Erwachsene und haben gute IT-Kenntnisse. Darüber hinaus berichten sie im Allgemeinen, dass sie euphorischer, empathischer, wacher und kreativer sind, wenn sie halluzinogene Drogen nehmen. Und das ist nicht überraschend, schließlich wissen wir bereits etwas mehr darüber, was Psychedelika mit dem menschlichen Gehirn machen.
Online-Forschung
Etwas, worin sich heutige Psychonauten auch stark von Drogennutzern der Vergangenheit unterscheiden, ist, dass wir heutzutage viel mit anderen und potenziellen Psychonauten teilen. Online-Communities bieten daher eine einzigartige Umgebung, um auf offene und anonyme Weise mit Gleichgesinnten zu kommunizieren. Der Hauptzweck ist es, Informationen über die Reinheit, Dosierung und Sicherheit von Drogen vor Experimenten zu teilen.
Für diese Studie wurden 82 Personen untersucht, die sich selbst als Psychonauten, Benutzer von "Clubdrogen" und Menschen, die Hilfe bei bestimmten Substanzen suchen, identifizierten. Dies geschah, indem kognitive Prozesse in "warm" und "kalt" unterteilt wurden, die wiederum mit zwei Teilen des menschlichen Gehirns zusammenhingen. Die kalte Schleife ist an Planung und Konzentration beteiligt, während die warme Schleife an riskanter Entscheidungsfindung, Emotion und Verhalten beteiligt ist.
Sind wir abenteuerlustiger?
Was stellte sich heraus? Psychonauten schnitten bei der "kalten Kognition" genauso ab wie Nicht-Psychonauten, aber wenn es um "heiße Kognition" geht, die emotionale und soziale Intelligenz bestimmt, scheinen Psychonauten höher zu punkten. Mit anderen Worten, Benutzer von psychedelischen Drogen hatten ein hohes Maß an nervenkitzelsuchenden Eigenschaften. Dies deutet unter anderem darauf hin, dass Psychonauten abenteuerlustiger sind als Nicht-Psychonauten. Erkennst du dich selbst darin wieder?