Lactuca virosa: Wilder Lattich und sein Milchsaft
Der Wilde Lattich ist eine zweijährige Pflanze aus Europa, die inzwischen auch in Nordamerika heimisch geworden ist. Im ersten Jahr bleibt es bei einer flachen Rosette aus großen Blättern mit gewelltem, gezähntem Rand, genau wie auf dem Foto. Im Jahr darauf wächst daraus ein gerader, hellgrüner Stängel, manchmal purpurn gefleckt, der mitsamt seinen Seitentrieben an die zwei Meter heranreichen kann. Oben erscheinen kleine, blassgelbe Blütenköpfchen, die einzeln nur kurz geöffnet bleiben; die Blüte läuft von Juli bis September und wird von Insekten besucht. Die reifenden Samen tragen einen Federkranz, sodass der Wind sie wie beim Löwenzahn weit forttragen kann.
Der Name erzählt die Geschichte der Pflanze. Lactuca kommt vom lateinischen Wort für Milch: Bricht man einen Stängel, tritt eine dickliche, bittere weiße Flüssigkeit aus, die an der Luft braun wird und zu einem harzigen Film eintrocknet. Dieser Saft heißt Lactucarium und enthält Lactucin und Lactucopicrin, Bitterstoffe aus der Gruppe der Sesquiterpenlactone. Von allen Lattichen liefert Lactuca virosa davon am meisten, vor allem um die Blütezeit herum. Der Zusatz virosa bedeutet giftig und sagt deutlich, wie diese Pflanze traditionell eingeschätzt wurde.
Aussaat
- Säe im Frühjahr oder im Herbst, am besten direkt an der Stelle, an der die Pflanze stehen soll.
- Drücke die Samen auf feuchte, gut durchlässige Erde und bedecke sie höchstens hauchdünn, denn sie sind Lichtkeimer.
- Halte alles kühl und gleichmäßig feucht. Die Keimung dauert etwa zehn bis zwanzig Tage, warme Erde wirkt kontraproduktiv.
- Vereinzele die Sämlinge auf rund fünfzehn Zentimeter Abstand und gib den Pflanzen einen sonnigen Platz.
Trage Handschuhe, wenn du mit der Pflanze und ihrem Milchsaft arbeitest, wasche danach die Hände und halte Samen und Pflanzen von Kindern und Haustieren fern. Diese Samen werden zur Anzucht und zum Studium verkauft, nicht zum Verzehr.
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