Papaver rhoeas: 20 Samen des Klatschmohns
Der Klatschmohn stammt aus Nordafrika und dem gemäßigten Eurasien und ist inzwischen auf fast jedem Kontinent angekommen. Er ist einjährig, wird etwa 40 bis 70 Zentimeter hoch und fühlt sich durch die steifen Härchen überall rau an. Die Stiele stehen aufrecht und verzweigen kaum; die Blätter sitzen wechselständig und ohne Stiel daran, tief eingeschnitten und grob gezähnt, mit einer deutlichen Mittelrippe. Je Stiel erscheint eine einzelne Blüte von fünf bis zehn Zentimetern Durchmesser, mit vier scharlachroten Blättern, die sich leicht überlappen und meist einen schwarzen Fleck am Grund tragen. Eine Blüte hält nur einen Tag, doch in einem warmen Sommer bringt eine Pflanze bis zu vierhundert davon. Danach folgt eine kahle, umgekehrt eiförmige Kapsel, weniger als doppelt so hoch wie breit, oben mit einer Scheibe, die mindestens so breit ist wie die Kapsel selbst; durch die Poren darunter fällt der feine schwarze Samen heraus.
Dieser Samen kann jahrelang im Boden liegen und läuft erst auf, wenn die Erde bewegt wird. Daher die lange Verbindung zum Ackerbau: Der Klatschmohn richtet seinen Lebenslauf nach dem Getreide und ist abgeblüht und abgesät, bevor geerntet wird. Genau diese Eigenschaft ließ die Felder Flanderns im Ersten Weltkrieg rot werden, und seither gilt der Mohn im britischen Commonwealth als Zeichen für gefallene Soldaten. Im Garten ist die Blütezeit lang: vom späten Frühjahr bis in den Spätsommer, bei warmem Herbstwetter oft mit einer zweiten Welle. Blätter und Milchsaft sind für Weidetiere leicht giftig, also besser nicht auf die Koppel säen.
So säst du Klatschmohn
- Säe im März oder April, oder im September für eine frühe Blüte im Jahr darauf, an einer sonnigen Stelle.
- Harke die Erde offen und entferne Gras und Wurzelunkraut, denn durch dichten Rasen kommt der Mohn nicht.
- Streue die Samen breit aus und drücke sie leicht an, ohne sie abzudecken.
- Halte die oberste Schicht die ersten Wochen feucht, danach reicht der Regen.
- Vereinzele die Sämlinge auf etwa eine Handbreite und lass am Ende ein paar Kapseln ausreifen für das nächste Jahr.
Traditionelle Verwendung
Der Klatschmohn hat eine lange Geschichte in der Küche und im Volksbrauch. Die schwarzen Samen sind unbedenklich und wandern in Brot und Gebäck; in Teilen Osteuropas werden sie gekocht und mit Honig oder Zucker zu einer süßen Füllung vermahlen. Die Blütenblätter liefern einen roten Farbstoff, der in Sirupen, Getränken und Wein verwendet wurde, getrocknet landen sie im Potpourri. Junge Blätter, vor der Blüte geerntet, wurden gekocht wie Spinat gegessen. In der Volksmedizin setzte man die Blütenblätter bei Gliederschmerzen ein und gab einen Blütensirup, um Kinder zum Schlafen zu bringen. Milchsaft, Blütenblätter und Kapseln enthalten Rhoeadin, ein Alkaloid, das als leicht beruhigend beschrieben wird; das Morphin aus Papaver somniferum steckt nicht darin. Wir verkaufen diese Samen für Anbau und Studium. Wer trotzdem Pflanzenmaterial verwendet, tut das in eigener Verantwortung, und zu viel kann Magen und Darm reizen.
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