Kanna (Sceletium tortuosum) gilt als sanftes Kraut, und für viele Menschen stimmt das auch. Sanft heißt aber nicht, dass alles geht. Der wichtigste Wirkstoff in Kanna wirkt auf dasselbe System wie viele Antidepressiva, und genau deshalb können manche Kombinationen gefährlich sein. In diesem Beitrag erfährst du, welche Nebenwirkungen bekannt sind, welche Kombinationen du nie eingehen solltest und wer besser auf Kanna verzichtet.
Du willst zuerst wissen, was Kanna genau ist und woher es kommt? Dann lies was ist Kanna.
Wie Kanna wirkt
Kanna ist eine Sukkulente aus Südafrika. Die Blätter enthalten eine Gruppe von Alkaloiden, die bekanntesten sind Mesembrin, Mesembrenon, Mesembrenol und Mesembranol. Mesembrin ist am stärksten und bindet kräftig an den Serotonintransporter. Dadurch bleibt Serotonin länger zwischen den Nervenzellen aktiv. Außerdem hemmen die Alkaloide das Enzym PDE4, wodurch der Botenstoff cAMP ansteigt.
Die erste Wirkung, die Serotonin-Wiederaufnahmehemmung, ist genau das, was SSRIs tun. Deshalb sind Wechselwirkungen so wichtig. Der Alkaloidgehalt unterscheidet sich stark je nach Produkt: Getrocknete Blätter enthalten viel weniger als ein konzentrierter Extrakt wie der Kanna Full Spectrum Extrakt.
Bekannte Nebenwirkungen
Die gemeldeten Nebenwirkungen sind meist mild und von kurzer Dauer:
- Kopfschmerzen
- leichte Übelkeit oder ein unruhiger Magen
- vorübergehend mehr oder weniger Appetit
- beim Schnupfen: gereizte Nasenschleimhaut
In placebokontrollierten Studien mit einem standardisierten Kanna-Extrakt (8 und 25 mg pro Tag, bis zu drei Monate) traten bei gesunden Erwachsenen nicht mehr Nebenwirkungen auf als unter Placebo. Blutdruck, Puls und Blutwerte veränderten sich nicht nennenswert. Zwei Dinge solltest du dabei aber im Kopf behalten. Die Forschung bezog sich auf einen bestimmten Extrakt und nur auf gesunde Menschen. Und über eine Einnahme von mehr als drei Monaten ist so gut wie nichts bekannt.
Kombinationen, die du meiden solltest
Das ist der wichtigste Teil dieses Beitrags. Weil Kanna die Serotoninwirkung verstärkt, kann es zusammen mit anderen serotonergen Substanzen zu viel Serotonin geben. Das nennt man Serotoninsyndrom, und das kann ernst werden.
| Kombination | Warum riskant | Empfehlung |
|---|---|---|
| Antidepressiva (SSRIs, SNRIs) | Wirken am selben Serotonintransporter | Nie kombinieren |
| MAO-Hemmer, auch Ayahuasca, Banisteriopsis caapi und Peganum harmala (Steppenraute) | Hemmen den Abbau von Serotonin | Nie kombinieren |
| MDMA, Tramadol, 5-HTP und Johanniskraut | Erhöhen ebenfalls das Serotonin | Nie kombinieren |
| Andere Psychopharmaka | Mögliche Wechselwirkung mit der Gehirnchemie | Erst mit deinem Arzt sprechen |
| PDE4-Hemmer wie Roflumilast | Überschneidende Wirkung | Erst mit deinem Arzt sprechen |
| Alkohol und Cannabis | Können sich gegenseitig verstärken | Besser nicht kombinieren |
So erkennst du ein Serotoninsyndrom: Unruhe, Schwitzen, Fieber, schneller Herzschlag, Zittern oder Muskelzucken und Verwirrtheit. Bekommst du diese Beschwerden nach einer Kombination, ruf sofort die 112 an oder geh direkt zum Arzt.
Du nimmst Antidepressiva? Setz sie nie auf eigene Faust ab, um Kanna auszuprobieren. Sprich immer zuerst mit deinem Arzt.
Wer Kanna besser nicht nimmt
- Alle unter 18 Jahren.
- Menschen, die Antidepressiva oder andere Psychopharmaka nehmen.
- Schwangere und Stillende: Dazu gibt es keine Sicherheitsstudien.
- Alle, die danach noch Auto fahren oder Maschinen bedienen müssen.
Vernünftig mit Kanna umgehen
Avalon gibt keine Gebrauchsempfehlungen, aber ein paar allgemeine Regeln helfen, das Risiko klein zu halten:
- Wisse, was du hast. Ein Extrakt ist viel stärker als Blätter, vergleich Produkte also nie eins zu eins.
- Kombinier Kanna nicht mit anderen Substanzen, schon gar nicht mit denen aus der Tabelle oben.
- Fahr kein Auto und bediene keine Maschinen nach der Einnahme.
- Unsicher wegen Medikamenten oder deiner Gesundheit? Frag zuerst deinen Arzt oder Apotheker.
Mehr Hintergrund findest du bei Erowid und in unserem Beitrag über Geschichte, Wirkung und Anwendung von Kanna.
Ist Kanna legal?
In den Niederlanden fällt Kanna nicht unter das Opiumgesetz und ist frei erhältlich. Auch in Deutschland und den meisten anderen europäischen Ländern ist die Pflanze nicht verboten. Im US-Bundesstaat Louisiana darf Kanna nicht für den menschlichen Verzehr verkauft werden. Prüf immer die Regeln in deinem Land, dafür bist du selbst verantwortlich.
Häufig gestellte Fragen
Ist Kanna sicher?
In Studien mit gesunden Erwachsenen verursachte ein standardisierter Extrakt nicht mehr Nebenwirkungen als Placebo. Das größte Risiko liegt in Kombinationen mit anderen serotonergen Substanzen, und über die Langzeitanwendung ist wenig bekannt.
Darf ich Kanna mit Antidepressiva kombinieren?
Nein. Kanna wirkt am selben Serotonintransporter wie SSRIs und SNRIs. Zusammen können sie ein Serotoninsyndrom auslösen.
Kann ich Kanna nach Ayahuasca nehmen?
Kombinier Kanna nicht mit Ayahuasca oder anderen MAO-Hemmern, auch nicht am selben Tag oder kurz nacheinander.
Macht Kanna abhängig?
Dafür gibt es zu wenig Forschung, um eine klare Antwort zu geben. Die vorhandenen Studien dauerten höchstens drei Monate.
Wo finde ich Kanna?
Kanna-Blätter und Extrakte findest du in der Kanna Kategorie von Avalon. Alle Produkte sind nur für Erwachsene ab 18 Jahren.