Salvia divinorum wird fast immer aus einem Steckling gezogen. Die Pflanze bildet selten Samen, und wenn doch, keimen sie meistens nicht. Die gute Nachricht: Ein Steckling wurzelt leicht, sobald Luftfeuchtigkeit, Licht und Temperatur stimmen. Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie du einen Steckling bewurzelst, eintopfst und pflegst, und welche Fehler die meisten machen.

Wichtig vorab: In Deutschland ist Salvia divinorum verboten. Mehr dazu im Abschnitt zur Rechtslage weiter unten.

Was für eine Pflanze ist Salvia divinorum?

Salvia divinorum gehört zu den Lippenblütlern (Lamiaceae), genau wie Minze, Basilikum und Oregano. Wild wächst sie nur in einigen feuchten Schluchten der Sierra Mazateca in Oaxaca, Mexiko. Dort ist es das ganze Jahr über mild, das Licht fällt gefiltert durch das Blätterdach und die Luft bleibt feucht.

Diese Herkunft erklärt fast alle Pflegeregeln. Die Pflanze hat vierkantige, hohle Stängel, die leicht brechen, und große, weiche Blätter von 10 bis 20 Zentimetern. Im Haus wird eine gut gepflegte Pflanze locker über einen Meter hoch. Im Herbst bildet sie manchmal kleine weiße Blüten mit violettem Kelch.

Warum du mit einem Steckling beginnst

Praktisch alle Salvia divinorum-Pflanzen im Umlauf sind Klone weniger Mutterpflanzen. Keimfähige Samen sind selten, die Anzucht aus Samen ist also keine realistische Option. Ein Steckling ist ein Stück Stängel, das Wurzeln bildet und zu einer vollständigen Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze heranwächst.

Die Salvia divinorum Stecklinge von Avalon kommen in einem stabilen Röhrchen, die Wurzeln stecken in nährstoffreichem Agar. Sie sind also schon bewurzelt, müssen aber direkt nach dem Empfang eingetopft werden.

Einen Steckling in Wasser bewurzeln

Du hast schon eine Pflanze? Dann ziehst du ganz einfach neue nach:

  1. Schneide eine Triebspitze von 10 bis 20 Zentimetern direkt unter einem Blattknoten ab, also dort, wo die Blätter am Stängel sitzen. Im Sommer machst du das am besten abends, dann welkt der Steckling weniger.
  2. Entferne die unteren Blätter, damit kein Laub im Wasser hängt.
  3. Stell den Steckling in ein Glas mit 3 bis 5 Zentimetern Wasser, an einen hellen Platz ohne direkte Sonne.
  4. Wechsle das Wasser alle paar Tage. Stehendes Wasser lässt den Stängel faulen.
  5. Nach 2 bis 3 Wochen zeigen sich die ersten Wurzeln. Sind sie ein paar Zentimeter lang, kann der Steckling in die Erde.

Eintopfen und abhärten

Nimm einen Topf mit Abzugslöchern und lockere, humusreiche Blumenerde. Misch etwas Perlit unter, damit überschüssiges Wasser gut abläuft, und verzichte auf schwere Lehmerde. Salvia mag leicht saure Erde.

  1. Spül Agar oder Erdreste vorsichtig von den Wurzeln.
  2. Setz den Steckling so tief ein, dass die Wurzeln gerade bedeckt sind, und gieß ihn leicht an.
  3. Stülp eine durchsichtige Plastiktüte oder eine Anzuchthaube über den Topf. So bleibt die Luftfeuchtigkeit hoch, während die Wurzeln anwachsen.
  4. Stell den Topf an einen warmen Platz mit etwa 20 °C, hell, aber nicht in die pralle Sonne.
  5. Nach rund drei Wochen wächst die Pflanze gut. Stich ab dann jeden Tag ein oder zwei Löcher in die Tüte. So gewöhnt sie sich langsam an die trockenere Zimmerluft.

Sobald die Wurzeln fest sitzen, wächst eine junge Salvia schnell. Topf sie um, wenn unten Wurzeln aus dem Topf schauen. Die Pflanze braucht viel Wurzelraum.

Die idealen Bedingungen

FaktorIdealAchtung
Temperatur15 bis 27 °C, ideal um 20 °CFrost lässt alle oberirdischen Teile absterben
LichtHell, aber indirekt, oder eine LED- oder Leuchtstofflampe mit etwa 6500 KPralle Mittagssonne verbrennt die Blätter
LuftfeuchtigkeitHoch für Stecklinge, normal für eine eingewöhnte PflanzeTrockene Ränder deuten auf zu trockene oder zu warme Luft
WasserErde leicht feucht haltenStaunässe führt zu Stängelfäule
ErdeLocker, humusreich, leicht sauerKein Lehm, immer Abzugslöcher
DüngerStickstoffreicher Pflanzendünger in halber Dosis während der WachstumszeitIm Winter nicht düngen

Gießen ohne Fäulnis

Mach den Fingertest. Sind die oberen 2 bis 3 Zentimeter trocken, gießt du, bis unten Wasser herausläuft. Lass den Topf danach nie im Wasser stehen. Regenwasser oder gefiltertes Wasser ist besser als hartes Leitungswasser. Hängende Blätter bedeuten meistens Durst, und nach dem Gießen richten sie sich oft innerhalb einer Stunde wieder auf.

Drinnen oder draußen?

In Mitteleuropa steht Salvia den größten Teil des Jahres im Haus. Im Sommer darf sie an einen geschützten, schattigen Platz nach draußen, solange die Nächte über 10 °C bleiben. Hol sie rechtzeitig wieder rein. Eine einzige Frostnacht reicht, damit die Pflanze schwarz wird.

Schneiden und neue Stecklinge ziehen

Neue Triebe sind anfangs dünn. Schneidest du die Spitzen regelmäßig zurück, verzweigt sich die Pflanze und wird buschiger und kräftiger. Jede abgeschnittene Spitze ist gleich ein neuer Steckling. Auch abgebrochene Stängel bewurzeln sich problemlos, also wirf sie nicht weg.

Häufige Probleme

  • Braune oder schwarze Blattränder: Die Luft ist zu trocken oder zu warm. Erhöhe die Luftfeuchtigkeit oder stell die Pflanze kühler.
  • Schwarzer, weicher Stängelansatz: Stängelfäule durch zu viel Wasser. Lass die oberste Erdschicht zwischendurch antrocknen und sorg für guten Abfluss.
  • Kleine weiße Fliegen oder Läuse: Weiße Fliegen und Blattläuse sind die häufigsten Schädlinge, dazu kommen Spinnmilben und Wollläuse. Kontrollier die Blattunterseiten, spül die Pflanze ab und nimm bei Bedarf eine milde Seifenlösung.
  • Blasse, lange Triebe: zu wenig Licht. Stell die Pflanze heller oder nutz eine Pflanzenlampe.

Ist der Anbau von Salvia divinorum legal?

Das hängt komplett davon ab, wo du wohnst. In Deutschland steht Salvia divinorum seit dem 1. März 2008 in Anlage I des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG). Anbau, Besitz und Handel sind dort verboten. Auch in Belgien, Frankreich, Italien, Schweden und Dänemark ist die Pflanze verboten oder streng reguliert. In den Niederlanden steht sie nicht im Opiumgesetz, dort ist der Anbau erlaubt. Für Österreich und die Schweiz gelten eigene Regeln. Prüf vor einer Bestellung immer die aktuelle Rechtslage in deinem Land, dafür bist du selbst verantwortlich.

Sicherheit und 18+

Salvia divinorum enthält Salvinorin A. Der Stoff wirkt am Kappa-Opioidrezeptor und löst eine kurze, aber sehr intensive und dissoziative Erfahrung aus. Das ist also keine gewöhnliche Zimmerpflanze: Halt sie von Kindern und Haustieren fern.

Salvia-Produkte sind nur für Erwachsene ab 18 Jahren gedacht. Nimm Salvia nie allein, nie zusammen mit Alkohol oder anderen Substanzen, und fahr danach nicht Auto. Avalon gibt keine Gebrauchsempfehlungen. Mehr über Wirkung und Risiken liest du in Salvia divinorum: Wirkungen, sicherer Gebrauch und Tipps und zum ersten Mal Salvia nehmen, oder bei Erowid.

Häufig gestellte Fragen

Kann man Salvia divinorum aus Samen ziehen?

Theoretisch ja, praktisch so gut wie nie. Die Pflanze bildet selten Samen, und die keimen meistens nicht. Deshalb startest du mit einem Steckling.

Wie lange braucht ein Steckling, bis er Wurzeln hat?

In Wasser siehst du die ersten Wurzeln meist nach 2 bis 3 Wochen. Ein Steckling, der schon im Agar bewurzelt ist, treibt nach dem Eintopfen oft innerhalb einer Woche sichtbar aus.

Wie groß wird eine Salvia divinorum-Pflanze?

Mit genug Wurzelraum wird sie im Haus gut über einen Meter hoch. Regelmäßiges Schneiden hält sie kompakter und buschiger.

Braucht Salvia immer ein Feuchtigkeitszelt?

Nein. Ein frischer Steckling braucht hohe Luftfeuchtigkeit, eine eingewöhnte Pflanze kommt aber gut im normalen Wohnzimmer zurecht, solange du regelmäßig gießt und sie vor praller Sonne schützt.

Wo finde ich Salvia divinorum Stecklinge?

Stecklinge und weitere Salvia-Produkte findest du in der Salvia divinorum Kategorie von Avalon.