Mandragora officinarum: 3 Samen der Alraune
Die Alraune ist eine mehrjährige Pflanze aus dem Mittelmeerraum, die praktisch keinen Stängel ausbildet. Ihre großen, gewellten Blätter liegen als Rosette flach am Boden, dazwischen erheben sich glockenförmige Blüten aus den Blattachseln. Nach der Blüte bilden sich runde Beeren, die gelb bis orange ausreifen. Unter der Erde steckt der Teil, dem die Pflanze ihren Ruf verdankt: eine dicke Pfahlwurzel, die sich häufig gabelt und dadurch an eine menschliche Gestalt erinnern kann. Aus dieser Form speisen sich sämtliche Erzählungen über die Wurzel, die beim Herausziehen schreien soll. Beachte dabei: Das Foto zeigt eine ausgewachsene Wurzel, bestellt werden hier drei Samen, keine Pflanze und keine Wurzel.
Botanisch gehört die Alraune zu den Nachtschattengewächsen, in einer Reihe mit Bilsenkraut, Stechapfel und Tollkirsche. Linné beschrieb die Art 1753 in Species Plantarum; wie ihre Verwandten enthält sie Tropanalkaloide, darunter Atropin, Hyoscyamin und Scopolamin. Alle Pflanzenteile sind daher giftig. In alten Kräuterbüchern und in der Sagenwelt taucht die Alraune immer wieder auf, und genau diese Geschichte macht sie für Sammler, botanische Gärten und Freunde historischer Flora interessant.
So säst du Alraune aus
- Gib den Samen zuerst eine Kälteperiode: ein bis drei Monate in feuchtem Sand im Kühlschrank, oder säe im Herbst ins Freie und überlass die Arbeit dem Winter.
- Säe anschließend etwa einen Zentimeter tief in durchlässige, leicht saure bis neutrale Erde.
- Stelle den Topf warm und hell, um die zwanzig Grad, und halte die Erde feucht, aber nie nass.
- Hab Geduld: Alraunensamen keimen unregelmäßig, und das kann viele Monate dauern.
- Nimm einen tiefen Topf, denn die Pfahlwurzel wächst gerade nach unten und braucht Platz.
Kälte verträgt die Pflanze erstaunlich gut, Hitze mit praller Sonne dagegen kaum. Lass die Erde nie völlig austrocknen, davon erholt sich eine Alraune nur schwer. Trage beim Umgang mit Samen und Pflanze Handschuhe, wasche danach die Hände und halte alles von Kindern und Haustieren fern. Diese Samen sind für Studium und Anzucht gedacht, nicht für den Verzehr; prüfe außerdem, ob die Pflanze in deiner Region frei angebaut werden darf.
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