Die meisten Menschen kennen die Kolanuss nur vom Namen Coca-Cola. Das ist schade, denn die Nuss ist weitaus interessanter als der Markenname vermuten lässt. Pro Gramm Trockengewicht stecken 2 bis 3,5 Prozent Koffein darin, gut doppelt so viel wie in einer Arabica-Kaffeebohne. Aber der Unterschied zu Kaffee liegt nicht allein in der Menge.

Theobromin macht den Unterschied

Neben Koffein enthält die Kolanuss 1 bis 2 Prozent Theobromin, denselben Stoff, der dem Kakao seine sanfte stimulierende Wirkung verleiht. Theobromin erweitert die Blutgefäße statt sie zu verengen und wirkt langsamer und länger als Koffein. Die Kombination erzeugt eine Energie, die sich von Kaffee deutlich unterscheidet. Gleichmäßiger, ruhiger, ohne das zittrige Gefühl nach dem dritten Espresso.

Wir bei Avalon merken, dass Kunden, die bereits Guarana oder Yerba Mate kennen, am schnellsten zur Kolanuss greifen. Enthält Guarana denn auch Theobromin? Nein. Guarana liefert hauptsächlich Koffein, und zwar reichlich. Die Kolanuss ist das einzige Kraut in unserem Energiekräuter-Sortiment, das beide Stoffe in nennenswerten Mengen vereint.

Wie verwendet man Kolanuss

Die traditionelle Art ist, ein Stück abzubrechen und langsam zu kauen. Der erste Geschmack ist kräftig bitter, etwas erdig. Je länger man kaut, desto deutlicher wird eine aromatische Note. Man muss sich an den Geschmack gewöhnen, das geben wir ehrlich zu.

Nichts für Kauer? Die Nuss raspeln oder mörsern und 15 bis 20 Minuten in heißem Wasser ziehen lassen. Das Wasser färbt sich rotbraun. Mit etwas Honig und einem Stück Ingwer entsteht ein Getränk, das überraschend gut schmeckt und etwa drei Stunden wach hält. Manche Kunden mahlen die Nuss fein und rühren sie in Kaffee oder heiße Schokolade. Wir finden das eigentlich schade, denn gerade die Bitterkeit macht den Reiz aus!

Die Coca-Cola-Geschichte

1886 stellte der Apotheker John Pemberton in Atlanta einen Sirup her mit zwei Zutaten, die er besonders fand, Kokablattextrakt und Kolanussextrakt. Sein Buchhalter Frank Robinson ersann den Namen Coca-Cola. Den Rest kennt man.

Was weniger bekannt ist, moderne Cola-Getränke enthalten seit Jahrzehnten keine echte Kolanuss mehr. Das Cola-Aroma stammt aus synthetischen Aromen, das Koffein ebenfalls. Die Nuss hat die Marke überlebt, aber die Marke hat die Nuss vergessen. Wir finden, das hat etwas Poetisches, denn die Originalzutat gibt es noch und kostet weniger als eine Flasche Cola.

Mehr als ein Kraut

Der Kolabaum (Cola nitida und Cola acuminata) wächst in den feuchten Wäldern Westafrikas, wo die Nuss seit Jahrhunderten eine Rolle spielt, die weit über Ernährung hinausgeht. Bei den Igbo in Nigeria wird die Kolanuss als Erstes bei jeder Zusammenkunft angeboten, von Geburten bis Beerdigungen, von Handelsvereinbarungen bis zur Friedensbesiegelung nach Konflikten. Bei den Yoruba werden vier Stücke Kolanuss als Form der Wahrsagung geworfen, vergleicbar damit, wie andere Kulturen Würfel oder Münzen verwenden. Auf Märkten diente die Nuss sogar als Zahlungsmittel.

Diese jahrhundertealte Tradition ist genau der Grund, warum wir die Kolanuss nicht einfach als weiteren "Energizer" einordnen. Hinter der bitteren kleinen Nuss steckt eine echte menschliche Geschichte.

Unser Beutel Kolanuss 50 Gramm enthält getrocknete Stücke Kolanuss. Ein paar Gramm entsprechen vom Koffeingehalt in etwa einer starken Tasse Kaffee, also vorsichtig anfangen, wenn man es noch nicht probiert hat. Den Beutel geschlossen, kühl und dunkel lagern. Bei Medikamenteneinnahme oder Schwangerschaft zuerst den Arzt oder Apotheker fragen.

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