Peyote (Lophophora williamsii) ist wohl der langsamste und geduldigste Kaktus, den du ziehen kannst. Ein Sämling ist nach einem Jahr manchmal kaum größer als eine Erbse. Trotzdem ist er eine dankbare Pflanze: Er bleibt klein, hat keine Stacheln und blüht irgendwann mit zartrosa Blüten aus seinem wolligen Scheitel. In dieser Anleitung erfährst du, wie du Peyote aus Samen ziehst, wie du Sämlinge durch ihr erstes Jahr bringst und wie du eine ausgewachsene Pflanze gesund hältst.

Du willst zuerst mehr über Geschichte und Bedeutung dieses Kaktus wissen? Dann lies Peyote: alles über diesen besonderen Kaktus.

Wichtig vorab: In Frankreich, Italien und der Schweiz ist die Pflanze verboten. Mehr dazu im Abschnitt zur Rechtslage.

Was ist Peyote?

Peyote ist ein kleiner, stachelloser Kaktus aus der Chihuahua-Wüste in Nordmexiko und im Süden von Texas. Dort wächst er im Schatten von Sträuchern, oft halb im Boden versunken. Eine ausgewachsene Pflanze wird höchstens etwa 6 Zentimeter hoch und rund 12 Zentimeter breit. Unter der Erde sitzt eine dicke Pfahlwurzel, die über 25 Zentimeter tief reichen kann.

In der Natur wächst Peyote extrem langsam. Es kann Jahrzehnte dauern, bis eine Pflanze blüht. In Kultur geht es schneller, aber auch dann dauert es vom Samen bis zur blühenden Pflanze meist 6 bis 10 Jahre.

So erkennst du Peyote

  • Ein blaugrüner bis graugrüner, runder Kopf ohne Stacheln.
  • Meist 7 bis 13 breite, abgerundete Rippen. Junge Pflanzen haben oft nur 5.
  • Kleine weiße oder graue Wollbüschel auf den Areolen, vor allem in der Mitte des Scheitels.
  • Rosa, manchmal weiße Blüten aus der Mitte, danach rosa, keulenförmige Früchte voller winziger schwarzer Samen.
ArtMerkmalUnterschied zu Peyote
Lophophora williamsii (Peyote)Blaugrün, deutliche Rippen, WollbüschelDie Art aus dieser Anleitung
Lophophora diffusaGelbgrüner, Rippen undeutlicher, wächst öfter einzelnGleiche Gattung, blüht oft weiß bis gelblich
Lophophora friciiFlacher, grauer, rosa bis rote BlütenOft größere, farbigere Blüten
Astrophytum asteriasFlacher Kopf mit weißen Punkten, 8 RippenWird oft mit Peyote verwechselt, ist aber eine ganz andere, geschützte Art

Samen oder Pflanze: womit startest du?

StartVorteilNachteilFür wen
Peyote SamenGünstig, du siehst die Pflanze von Anfang an wachsenBraucht viel Geduld, Sämlinge sind empfindlichFür alle, die ein Projekt mögen
Junger Peyote 2 bis 3 cmSofort eine kräftige Pflanze, weniger RisikoTeurer pro PflanzeFür alle, die schnell eine schöne Pflanze wollen

Beides findest du in der Lophophora Kategorie. Startest du mit Samen, säst du immer mehr aus, als du Pflanzen haben willst. Nicht jeder Samen keimt, und nicht jeder Sämling übersteht das erste Jahr.

Peyote in 6 Schritten aussäen

  1. Wähl den richtigen Zeitpunkt. Frühjahr und Frühsommer sind ideal, wenn die Tage lang sind. Drinnen unter einer Pflanzenlampe geht es auch in anderen Monaten.
  2. Bereite das Substrat vor. Nimm eine feine, mineralische Mischung, zum Beispiel feinen Bims oder Sand mit etwas Kakteenerde. Feuchte sie gut an. Gegen Schimmel kannst du die Mischung vorher kurz im Backofen oder in der Mikrowelle erhitzen und abkühlen lassen.
  3. Streu die Samen obenauf. Peyotesamen sind sehr klein und brauchen Licht zum Keimen. Drück sie leicht an und deck sie nicht oder kaum ab.
  4. Halt alles feucht und warm. Stell die Schale in einen geschlossenen Beutel oder ein Mini-Gewächshaus mit ein paar kleinen Luftlöchern. Etwa 22 bis 28 °C funktionieren am besten.
  5. Gib viel Licht, aber keine pralle Sonne. Eine helle Fensterbank ohne direkte Mittagssonne oder eine Pflanzenlampe mit Abstand reicht. Pralle Sonne kocht die Sämlinge unter dem Plastik.
  6. Hab Geduld. Die ersten Keimlinge zeigen sich meist innerhalb von ein bis drei Wochen. Es sind winzige grüne Kügelchen, noch ohne Rippen.

Sämlinge durch das erste Jahr bringen

Das erste Jahr ist das heikelste. Die Pflänzchen sind winzig und trocknen schnell aus, faulen aber auch schnell, wenn es zu nass bleibt.

  • Lass die Haube in den ersten Wochen drauf und lüfte jeden Tag kurz.
  • Nach etwa zwei Monaten nimmst du die Haube schrittweise ab, damit sich die Sämlinge an trockenere Luft gewöhnen.
  • Halt das Substrat leicht feucht, nie nass. Nimm einen Sprüher oder gieß von unten.
  • Grüner Algenbelag ist harmlos. Weißer, flauschiger Schimmel nicht: Lüfte dann mehr und entferne befallene Pflänzchen.
  • Pikier die Sämlinge erst, wenn sie erbsengroß sind, meist nach einem Jahr. Sei vorsichtig, die Würzelchen sind empfindlich.

Einen ausgewachsenen Peyote pflegen

FaktorWachstumszeit (April bis September)Winterruhe (Oktober bis März)
LichtViel Licht, sonnige Fensterbank oder Gewächshaus. Langsam an volle Sonne gewöhnenHell und kühl
WasserGründlich gießen und dann ganz abtrocknen lassenKomplett trocken halten
TemperaturWarm, tagsüber ruhig 25 bis 35 °CKühl, etwa 5 bis 12 °C, frostfrei
DüngerZweimal pro Saison Kakteendünger in halber DosisNicht düngen

Erde und Topf

Peyote braucht eine sehr durchlässige, mineralische Mischung. Gut ist etwa zwei Drittel mineralisches Material, zum Beispiel Bims, Lava oder grober Sand, und ein Drittel Kakteenerde. Nimm einen tiefen Topf mit Abzugsloch, damit die Pfahlwurzel Platz hat. Topf nur im Frühjahr um und nur, wenn die Pflanze wirklich zu groß für ihren Topf ist.

So liest du deine Pflanze

  • Leicht schrumpelig und eingesunken: normal zwischen zwei Wassergaben und in der Winterruhe.
  • Rötlich oder bronzefarben: Er bekommt zu viel pralle Sonne. Stell ihn etwas geschützter.
  • Lang und blass: zu wenig Licht oder zu viel Wasser und Dünger.
  • Weich, braun oder aufgeplatzt: zu viel Wasser. Lass ihn gut abtrocknen und prüf die Wurzel auf Fäulnis.

Pfropfen: schneller wachsen

Willst du schneller Ergebnisse, kannst du junge Peyotes auf eine schnellwachsende Unterlage pfropfen, zum Beispiel Pereskiopsis oder Trichocereus. Ein gepfropfter Sämling wächst so in ein paar Monaten so viel wie sonst in ein paar Jahren. Pfropfen braucht aber etwas Übung und ein scharfes, sauberes Messer. Für die meisten Einsteiger ist einfach Geduld der leichteste Weg. Mehr zum Anbau von Meskalinkakteen allgemein liest du in Meskalinkakteen selbst ziehen.

Typische Fehler

  • Zu viel Wasser: die häufigste Todesursache. Die Pfahlwurzel fault in nasser Erde schnell.
  • Gießen im Winter: kalt und nass zugleich ist fast immer tödlich.
  • Samen zu tief säen: Peyotesamen brauchen Licht zum Keimen.
  • Haube zu früh abnehmen: junge Sämlinge trocknen in wenigen Tagen aus.
  • Zu viel Dünger: führt zu Rissen und einer unnatürlich aufgeblähten Pflanze.
  • Zu schnell in die volle Sonne: Gewöhn eine Pflanze, die drinnen stand, immer langsam daran.

Wilden Peyote schützen

Peyote steht auf der Roten Liste der IUCN als gefährdet. Durch Übererntung und das Umpflügen von Land verschwindet die Pflanze in Mexiko und Texas an immer mehr Orten, und in Mexiko ist das Sammeln in der Natur verboten. Kauf deshalb immer gezogene Pflanzen oder Samen, nie Wildentnahmen. Selbst aus Samen ziehen ist genau der Weg, auf dem Liebhaber die wilden Bestände schonen.

Ist der Anbau von Peyote legal?

Das ist von Land zu Land sehr unterschiedlich. Meskalin selbst ist fast überall in Europa verboten, für den lebenden Kaktus gelten aber andere Regeln:

  • Deutschland: Als Zierpflanze darfst du Peyote besitzen und anbauen. Meskalin steht im Betäubungsmittelgesetz, und sobald die Pflanze für den Konsum gedacht ist, greift das BtMG.
  • Niederlande und Vereinigtes Königreich: als Zierpflanze erlaubt.
  • Frankreich, Italien und Schweiz: Die Pflanze ist verboten.
  • USA: Peyote, einschließlich der Samen, fällt auf Bundesebene unter Schedule I, mit einer Ausnahme für die Native American Church.

Für Österreich prüf bitte selbst die aktuelle Rechtslage. Kontrollier immer die Regeln in deinem Land, bevor du Samen oder Pflanzen bestellst, dafür bist du selbst verantwortlich.

Sicherheit

Peyote enthält Meskalin und andere Alkaloide. Avalon verkauft Samen und Pflanzen als Zierpflanzen und zum Anbau, nicht zum Verzehr, und gibt keine Gebrauchsempfehlungen. Stell die Pflanze außer Reichweite von Kindern und Haustieren. Alle unsere Produkte sind nur für Erwachsene ab 18 Jahren.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert es, bis Peyotesamen keimen?

Bei 22 bis 28 °C, genug Licht und hoher Luftfeuchtigkeit zeigen sich die ersten Keimlinge meist innerhalb von ein bis drei Wochen.

Wie schnell wächst Peyote?

Sehr langsam. Nach einem Jahr ist ein Sämling oft nur so groß wie eine Erbse oder Murmel. Vom Samen bis zur blühenden Pflanze dauert es in Kultur meist 6 bis 10 Jahre, gepfropfte Pflanzen sind schneller.

Wie oft gieße ich Peyote?

Im Sommer erst, wenn die Erde ganz trocken ist, bei warmem Wetter etwa alle ein bis zwei Wochen. Von Oktober bis März gießt du gar nicht.

Kann Peyote draußen stehen?

Im Sommer kann er an einem warmen, geschützten Platz draußen stehen, wenn du ihn langsam an die Sonne gewöhnst. Hol ihn rein, bevor es nass und kalt wird. Frost und Regen zusammen übersteht er nicht.

Warum ist mein Peyote rot geworden?

Das ist meist eine Reaktion auf zu viel pralle Sonne. Stell ihn etwas geschützter, dann wird er wieder blaugrün.

Wo bekomme ich Peyote Samen oder Pflanzen?

Du findest Peyote Samen und junge Peyote Kakteen in der Lophophora Kategorie von Avalon.

Quellen: LLIFLE Encyclopedia of Cacti (Lophophora williamsii), IUCN Red List, United Plant Savers, Erowid Peyote Law Vault.